Harter Schnitt: So läuft die Friseur-Ausbildung

Sie haben es geschafft: Marios und Jesco haben ihre Friseur-Ausbildung im Januar erfolgreich abgeschlossen. Wer die beiden von zahlreichen Besuchen in den Salons kennt, wird nicht überrascht sein – aber was beinhaltet eine Lehre in diesem Berufsfeld eigentlich? Wir haben mit den Ex-Azubis über Vertrauen, Chemie und ihre Ziele gesprochen.

Drei Modelle standen am Schluss ihrer Friseur-Ausbildung zwischen den Lehrlingen und ihrem Abschluss. Noch einmal Hand anlegen und in der praktischen Prüfung zwei Damen- und ein Herren-Modell bearbeiten – Haare schneiden, hochstecken, den Ansatz färben, stylen, föhnen, passende Kleidung sowie Make-Up vorbereiten – und dann war es geschafft. Nach drei Jahren bestanden Marios und Jesco ihre finale Prüfung mit Bravour und dürfen sich nun offiziell Friseur nennen.

Auch wenn eine gewisse Nervosität vorhanden war, gingen die beiden Eric:Barbier-Gesellen die letzte Hürde optimistisch an. Aus gutem Grund: Während sie in der Berufsschule viele Azubis kennenlernten, deren Alltag komplett aus Fegen und Zugucken bestand, durften Marios und Jesco schon früh ihr Talent unter Beweis stellen. Zunächst mussten sie dafür an Modellen üben: „Anthony sagte schon im Praktikum vor der Ausbildung zu mir: ‚Ich will sehen, ob du die Hände dafür hast‘“, erinnert sich Jesco an seine ersten Versuche. Offensichtlich war der Chef mit den frühen Eindrücken zufrieden.

Drei aus 23: Viele brechen die Friseur-Ausbildung ab

Neben einem gewissen Talent im Umgang mit dem Barbier-Werkzeug zählten in der Berufsschule aber vor allem die harten Fakten: Pro Ausbildungsjahr lernten sie in zwei jeweils sechswöchigen Blöcken die wichtigsten Grundlagen ihres Berufs. Von theoretischem Wissen im Arbeitsrecht bis hin zu den komplizierten chemischen Vorgängen beim Färben nahmen sie im Unterricht auch den Aufbau von Haut und Haar bis ins kleinste Detail unter die Lupe. „Viele haben sich die Friseur-Ausbildung leichter vorgestellt. In unserer Klasse haben von 23 Personen nur drei durchgezogen“, sagt Marios.

Zusätzlich zu den fordernden schulischen Inhalten waren laut Marios und Jesco bei vielen Mitschülern auch eine schlechte Bezahlung und fehlendes Vertrauen in ihren Salons ein Grund für die Abbrüche. „Bei uns war das anders. Anthony hat uns sofort vertraut und direkt Aufgaben übertragen“, erklärt Jesco. Die Beiden zahlten es mit Wissbegierde und Geschick zurück: „In der Ausbildung schaut man sehr viel seinen Kollegen über die Schulter und lernt direkt von ihrer Erfahrung. Ich habe vor allem Anthony und Behar intensiv beobachtet“, sagt Marios. „In der Ausbildung wird viel logisches Denken vorausgesetzt, damit man versteht, warum die Haare oder der Bart in einer bestimmten Technik geschnitten werden“, ergänzt Jesco.

Durch Zufall bei Eric:Barbier

Dass Marios und Jesco eine Friseur-Ausbildung bei Eric:Barbier machen, hätten sich beide noch vor wenigen Jahren nicht träumen lassen. Marios hatte gerade seine Lehre als Kfz-Mechatroniker abgebrochen und suchte eine Alternative, die ihm besser liegen würde. „Ich kannte den Salon am Ballindamm schon mein Leben lang, mein Vater war eng mit dem ursprünglichen Gründer Erik befreundet“, berichtet er. „Da ich immer schon gerne beim Friseur war und sehr offen bin, habe ich einfach mal nachgefragt, ob ich hier eine Ausbildung machen könnte.“ Geschäftsführer Anthony bot ihm zunächst ein Praktikum an und machte in der Zwischenzeit seinen Ausbilderschein, um die Lehre zu ermöglichen.

Fast zeitgleich trat der gebürtige Münsterländer und Whisky-Fan Jesco durch die Türen von Eric:Barbier. Nach seiner Ausbildung als Destillateur und einer privat schwierigen Zeit, startete er einen Neuanfang in Hamburg. „Ich wollte unbedingt etwas kreatives machen und hatte mich über Barbershops informiert. Da bin ich einfach vorbeigekommen und habe Ramona auf ein Praktikum angesprochen.“ Anthony bot auch ihm einen Praktikumsplatz an – und Jesco nutzte seine Chance. „Es war direkt klar, dass Marios und ich die Friseur-Ausbildung gemeinsam machen werden“, erinnert sich der Bartträger. Inzwischen sind aus Kollegen Freunde geworden, die Beiden unternehmen privat viel gemeinsam.

Erste Erfahrungen am Kunden

Auch wenn während der Friseur-Ausbildung zunächst das Zugucken und Frisieren am Modell auf dem Programm stand, durften die Azubis früh mit Schere und Messer arbeiten. Bereits im zweiten Lehrjahr übernahmen Marios und Jesco erste Kunden und konnten so ihren eigenen Stil erarbeiten. „Ich würde meinen als Mischung aus dem sehr strukturieren Arbeiten von Behar mit seinen auslaufenden Fades und der individuellen Art von Anthony beschreiben, der ein Meister mit Kamm und Schere ist“, sagt Marios. „Ich bin sehr penibel und mache am liebsten Modellhaarschnitte, bei denen jedes einzelne Haar perfekt sitzen muss.“

Jesco ließ sich für seinen eigenen Stil neben der Herangehensweise von Anthony und HafenCity-Salonleiter Behar auch von René inspirieren: „Anthony zuzuschauen ist teilweise sehr fordernd, da er seine ganz eigene Technik entwickelt hat. Behar arbeitet sehr genau, wie auch René – er schneidet Haare sehr klassisch. Meinen eigenen Stil würde ich als den traditionellen Gentleman-Look mit hartem Scheitel bezeichnen, wie bei Frank Sinatra oder den Schauspielern der TV-Serie Peaky Blinders. Aber ich kann natürlich auch modernere Looks schneiden“, sagt Jesco.

Die Ziele der Jung-Barbiere

Wie geht es nach der erfolgreich bestandenen Friseur-Ausbildung mit Marios und Jesco weiter? Beide sind sich einig, dass sie auf jeden Fall bei Eric:Barbier bleiben wollen. „Ich würde für kein Geld der Welt gehen, die Kollegen sind wie eine Familie für mich geworden“, sagt Marios. Jesco ergänzt: „Ich möchte weiter lernen und Anthony stolz machen, weil er uns so viel ermöglicht.“ Ein gemeinsames Ziel haben die beiden ebenfalls: In einigen Jahren möchten sie einen Salon von Eric:Barbier führen – und selber Lehrlingen eine Ausbildung ermöglichen.

Wusstest ihr, dass der Stil von Masterbarbier Anthony durch viele Reisen beeinflusst wurde? Wir nehmen euch mit zur Geburtsstunde von Eric:Barbier in London!

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